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Häppchenweise Winter

Jetzt ist es amtlich: Die Winterzeit ist da – zumindest wenn man nach der Uhr geht – und dauert noch bis Ende März. Kein Grund allerdings, sich dem Blues hinzugeben, denn jeder Monat hat so seine speziellen Reize. Fünf Vorschläge, das Beste aus der kalten Jahreszeit zu machen.

 

Ausstellung „Shunga – Erotische Kunst aus Japan“

November: Kulturgenuss

Vor dem Weihnachtswahnsinn noch einmal innehalten. Jetzt Dinge tun, für die sonst die Zeit fehlt – Museen besuchen etwa. Bevor Sie jetzt zum Gähnen ansetzen: Ein Museumsbesuch kann durchaus kurzweilig sein, es müssen ja nicht die Ölschinken des 18. Jahrhunderts Ziel der Betrachtungen sein! Auf nach Wien also, wo sich im November ein wunderbares Kulturprogramm zusammenstellen lässt. Untertags empfehlen wir das Museum für angewandte Kunst, kurz MAK, wo noch bis Ende Jänner die Ausstellung „Shunga – Erotische Kunst aus Japan“ läuft, sowie weiters die Albertina. Die ist sowieso immer einen Besuch wert (die Dauerschau „Monet bis Picasso“ macht stets gute Laune), nun bringt sie mit der Ausstellung „Der Farbholzschnitt in Wien um 1900“ noch mehr Bunt in den grauen November. Weil aller guten Dinge drei sind: Das Naturhistorische Museum ist ein grandioser Tempel der Naturwissenschaften, die aktuelle Exposition „Wie alles begann – von Galaxien, Quarks und Kollisionen“ bringt philosophische Gedanken, passend zur bald beginnenden besinnlichen Zeit. Als Kontrastprogramm zum Schauen raten wir abends zum gepflegten Hören: In Wien herrscht kein Mangel an Konzerten, besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen die schrägen und überraschenden Acts im Rahmen der beiden Festivals „KlezMore“ und „Voicemania“, die im November unterschiedlichste Locations bespielen.
www.mak.at, www.albertina.at, www.nhm-wien.ac.at, www.klezmore-vienna.at, www.voicemania.at

Wolfgangseer AdventDezember: Weihnachtsstimmung

Bis zum 01. Dezember finden wir ja, das ganze Weihnachtsbrimborium soll uns gestohlen bleiben. Dann aber darf es gerne das volle Programm sein. Deswegen steht für heuer das Salzkammergut am Plan, wo wir, ausgehend vom Wolfgangseer Advent, so richtig in festliche Stimmung kommen möchten. Der Ausgangspunkt ist wohl gewählt: Am Wolfgangsee heißt das Motto „Advent wie damals“, darüber hinaus bezaubert das Lichterspiegeln im glatten Wasser. Die drei Orte St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl wetteifern um die schönsten Kunsthandwerkspräsente und den besten Punsch – den Sie frei von schlechtem Gewissen trinken können, denn das Linienschiff verbindet die Weihnachtsmärkte, von denen jeder unter einem speziellen Thema steht: Barock in St. Gilgen, Krippen in Strobl und Romantik in St. Wolfgang. Eine ganz besondere Attraktion ist noch der Bergadvent am Zwölferhorn mit Punschstand und Keksbackstube auf knapp 1.500 Meter Seehöhe. Solchermaßen auf den Geschmack gekommen, sind von hier aus die nicht minder idyllischen Märkte am Mond- und Traunsee, in Bad Ischl und Hallstatt leicht erreicht.
www.wolfgangseer-advent.at, www.salzkammergut.at/advent

Hart erarbeitetes Gipfelglück im winterlichen Gesäuse. Noch schöner als der Ausblick ist nur die Vorfreude auf die folgende Abfahrt.Jänner: Ran an die Felle

Nach der Feiertagsvöllerei ist dringend Bewegung angesagt – im heimischen Jänner kann das natürlich nur Skifahren sein, unser aller Sport Nummer eins. Allerdings hat sich bei uns ein wenig die Lustlosigkeit eingestellt, auf glatt gebügelten und gerade im ersten Monat des Jahres allerbestens befahrenen Pisten unsere Schwünge zu ziehen. Außerdem träumen wir schon lange von Spuren hinterlassen in märchenhaft schneebedeckten Landschaften. Bloß zugetraut haben wir uns das Skitourengehen bis dato nicht – das wird sich demnächst ändern: Das fünftägige Skitouren-Basecamp für Anfänger im Gesäuse wird den ganzen Jänner über angeboten, Planung, Lawinenkunde und praktische Tiefschneetechnik stehen u. a. am Lehrplan. Bahn frei für ein Naturerlebnis der Extraklasse, für grandiose Bergpanoramen und Abfahrten über jungfräulich verschneite Hänge fernab von Après-Ski-Tamtam und präparierten Massenstrecken! Das Gesäuse ist aber nicht bloß die Wahl für Einsteiger – auch absolute Könner finden hier perfektes Terrain. Das Zentrum dafür ist Johnsbach, das sich mittlerweile zum Skitouren-Eldorado gemausert hat – Skilifte sind extrem rar, und die schönsten Touren im freien Gelände sind bestens dokumentiert und mit Wintermarkierungen versehen.
www.gesaeuse.at, www.nationalpark.co.at

Hotel Hochschober Außenansicht ChinaturmFebruar: Rein ins Wasser

In den letzten Jahren haben wir die Wellnesshotels in Österreich abgegrast – nun kehren wir zurück zu einem Urgestein: dem Hochschober. Das hat zwei handfeste Gründe: 1. zählt es nach wie vor zu den Spitzenhäusern seiner Kategorie. 2. hält hier der Winter, was er verspricht. Genau in dieser Kombination ist es bei Eiseskälte nicht zu schlagen. Aber der Reihe nach: Auf den ersten Blick ist das Hotel Hochschober, an der Grenze zwischen Steiermark und Kärnten, der Turracher Höhe, gelegen, kein echter Hingucker. Dafür hat es das Hotel in sich: Es ist heimelig ausgestattet und punktet mit seiner Software, will heißen freundlichen Mitarbeitern, großartiger Küche und erstklassigem Wellnessangebot. Es hat mit diversen Saunen, Pools, Massagen, Spa-Anwendungen und täglichem Aktivprogramm alles das, was man sich von so einem Haus erwartet – darüber hinaus besticht es mit seinem herrlichen Hamam und seinem großartigen Chinaturm, wo fernöstliche Treatments und Teezeremonien in perfektem Ambiente angeboten werden. Zu guter Letzt, und hier kommt Punkt zwei ins Spiel: Sie können im Hochschober selbst im tiefsten Winter direkt im See schwimmen – es hat einen unglaublichen Reiz, im 30 Grad warmen, weil beheizten, Freibecken zu baden, während sich ringsum das blanke Eis in der Sonne spiegelt. Das ist auf 1.763 Meter Seehöhe nahezu garantiert.
www.hochschober.com

Einkehrschwung in GasteinMärz: Almen mit Palmen

Offiziell dauert die Winterzeit noch bis 26. März. Der März ist ja ein eigenartig zwiespältiger Monat: Einerseits liegt schon Frühling in der Luft, andererseits sind Schal und Daunenjacke längst nicht passé. Nehmen wir einfach das Beste von beiden Jahreszeiten und rüsten wir zum Sonnenskilauf etwa im Gasteiner Tal. Vormittags genießt man den knirschenden Firnteppich unter den Skiern – nachmittags streckt man sich auf einer Hüttenterrasse den bereits kräftig wärmenden Sonnenstrahlen entgegen. Santé. Dank der Höhenlage des Pistenreviers Sportgastein dürfen Sie hier sogar bis Anfang Mai mit Pulverschnee rechnen, und wenn Ihnen mal nach Abwechslung ist: Probieren Sie es doch mit Schlittenhundefahren, das hier bis zum Saisonausklang angeboten wird. Zudem begrüßt man im Gasteiner Tal den Frühling mit zwei besonderen Veranstaltungen entlang der Piste: Vom 10. bis 16. März geht 2017 die 16. Ausgabe des „Snow Jazz Gastein“ über die Hüttenbühnen, und am 18. und 19. März ruft man unter dem Motto „Palmen auf den Almen“ zu Cocktails bei karibischen Klängen auf 1.600 Meter Seehöhe.
www.gastein.com



Text:
Anita Ericson
Fotos: MAK/Georg Mayer, Österreich Werbung/Peter Burgstaller, ‚TVB Alpenregion Nationalpark Gesäuse/www.stefanleitner.com, Hotel Hochschober/moritzhoffmann.com, Gasteinertal TourismusGmbH/Manuel Marktl/mine creative