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Gans BurgenlandGans Burgenland

Wenn sich die Zugvögel schön langsam auf ihren langen Weg Richtung Süden vorbereiten, ist es wieder Zeit für höchste kulinarische Genüsse im Burgenland.

Herbst im Burgenland – die Landschaft beginnt ihr prächtiges Farbenspiel, die Weinlese ist in vollem Gang, und spätestens jetzt hat das Gansl Hochsaison. Gilt das Federvieh doch als heimliches Wahrzeichen des Burgenlandes und erfreut sich das Jahr über auf heimischen Weiden am saftigen Gras. Beste Voraussetzungen also, um Feinschmeckern im Herbst ein delikates, feinfaseriges Ganslgericht zu servieren. Dazu werden die ausgezeichneten Weine von den sonnigsten Rieden ­kredenzt, die auch international Lob und Anerkennung in Form renommierter Auszeichnungen einheimsen.

Dass das Gansl heute in der gehobenen Gastronomie so boomt, ist auch ein Verdienst weitsichtiger Landwirte im Südburgenland, die die über Jahrhunderte gepflegte Art der Gänsehaltung zu Beginn des neuen Jahrtausends neu belebten – die Tiere sollen wieder frei auf großen Weideflächen gehalten werden und (im Gegensatz zu Gänsen aus Schnellmastbetrieben) artgerecht zu schmackhaften Martinigänsen heranwachsen. Von Anfang an mit dabei war Siegfried Marth vom Masi-Hof in Hagensdorf. Heute schnattern auf seinen saftigen Wiesen bereits über 500 Gänse, denen im Südburgenland übrigens eine ganze Genussregion gewidmet ist – wie auch den Äpfeln, den Kräutern und dem Zickentaler Moorochsen.

Gans im GlasGans im Glas

Warum es ausgerechnet ein Ganslbraten ist, der zu Martini auf den Tisch kommt, erzählt die Legende vom heiligen Martin, dem burgenländischen Landespatron. Der wollte das Landleben nicht gegen ein prunkvolles Dasein im Bischofspalast eintauschen und verbarg sich vor seiner Bischofsweihe im Gänsestall. Doch das laute Geschnatter des Geflügels verriet sein Versteck. Seither landet zu Martini sozusagen „strafweise“ das liebe Federvieh ob seiner Taten im Rohr. Oder schon vorher in Gläsern: Es muss schon lange nicht mehr nur „Gänsebraten“, fett und schwer verdaulich zubereitet, sein. Im Burgenland hat sich einiges an kulinarischen Schätzen und Angeboten entwickelt: Leber-Paté oder Pasteten, gemischt mit Oliven oder Kürbiskernen, gibt es jetzt schon das ganze Jahr über – auch im Online-Shop. Und: Im Burgenland haben sich von Nord bis Süd viele kreative und auch Gault-Millau- und Michelin-„gekrönte“ Köche und Köchinnen etabliert, die natürlich ebenfalls in diesen Monaten die besten Rohstoffe direkt aus der Region in ihren begehrten Küchen anbieten.

Und weil solch exzellente Genüsse auch entsprechend zelebriert werden sollen, gibt es heuer zum zweiten Mal das große „Gans Burgenland Genuss Festival“ in Rust, bei dem sich neben den kulinarischen Erlebnissen auch Vorträge, alte Handwerkstradition und musikalische Darbietungen aus dem gesamten Burgenland wie kostbare Perlen aneinanderreihen: Vom 9. bis zum 11. Oktober wird der ganze Ort zum Tummelplatz für Feinschmecker und Hersteller landestypischer Köstlichkeiten. Hier findet sich das gesamte kulinarische Spektrum des Burgenlandes wieder. Im Mittelpunkt stehen neben der Kulinarik die Kultur und die Tradition, dazu gibt es tolle Bühnen- und Kinderprogramme. Unbedingt hinkommen und mitgenießen!

Im Herbst wird der junge Wein groß gefeiert. ©EMG-Burgenland TourismusGans im Festkleid

Neu sind die Genussfeste rund um die Gans in vier weiteren Orten, die ein besonderes Augenmerk auf heimische Spezialitäten, Weine und Produzenten legen. Bad Tatzmannsdorf startet am 3. und 4. Oktober. Am Markt bieten ausgewählte Produzenten ihre Spezialitäten zur Verkostung und zum Kauf an, den Höhepunkt des Genussfestes bildet ein superbes Degustationsmenü mit erlesenen Weinen aus der Region. Am 10. und 11. Oktober ergänzt Purbach am Neusiedler See das Ruster Festival mit einem bunten Programm: Der historische Kellerplatz wird zur Genussmeile mit Produkten aus der Region, fröhlicher Musik, Führungen in der historischen Kellergasse und Weinverkostungen. Am 25. Oktober findet in der neuen Csárda der VILA VITA Pannonia in Pamhagen ein Gourmetfest für alle Sinne statt, mit wohlschmeckenden Gerichten von der Gans, dazu Musik, Produktpräsentationen regionaler Produzenten – und rundum die einzigartige Landschaft des Seewinkels. Den Abschluss des Gansen Festreigens bildet der traditionelle Martinimarkt mit Martininachtsgala, die auf „Alles Gans“ für einen karitativen Zweck einschwört, vom 7. bis 11. November in Markt St. Martin, einem liebenswerten Ort im Mittelburgenland.

Untrennbar mit der Gans verbunden ist der Wein. Zu Martini wird aus dem „Staubigen“ durch die feierliche Weintaufe der „Heurige“, der von den Winzern zum Verkosten freigegeben wird. Erst dann darf mit ihm angestoßen werden. Dieser Brauch wird am Neusiedler See beim Martiniloben gepflegt, aber auch im Mittel- und Südburgenland begrüßt man den jungen Wein mit allerlei Festen und Veranstaltungen. Das intensive Bratenaroma des Geflügels findet in den dunkelbeerigen Aromen und reifen Tanninen der Rotweine seine kongeniale Begleitung. Vor allem ein eleganter Zweigelt oder ein reifer Blaufränkisch passen perfekt zum klassischen Braten von der Weidegans – zwei Weine, die neben den bekannten Süßweinen des Landes als „pannonische Rotwein-Stars“ gelten. Lassen Sie sich das Burgenland auf der Zunge zergehen.

besser REISEN Info

Der Schilfgürtel des von Franz Werfel als „Österreichs seltsamer Gast“ titulierten Neusiedler Sees bildet mit 180 Quadratkilometer Fläche den nach dem Donaudelta zweitgrößten zusammenhängenden Schilfbestand Europas. ©Nationalpark Neusiedler See Seewinkel/PaldanGenussguide  Burgenland

Das Burgenland ist das Land der Genüsse: Wie ein roter Faden ziehen sich verlockende Düfte, Produkte, Speisen, Spezialitäten und kunstfertige Genussproduzenten durch das Land. Jetzt wird dieses pralle, lustvolle Angebot erstmals in einem Büchlein zusammengefasst: „Genussguide Burgenland“, so der viel versprechende Titel des Werkes mit über 400 Top-Adressen. Darin enthalten sind Porträts und Beschreibungen bekannter und noch weniger bekannter Produzenten kulinarischer Köstlichkeiten, Gastronomen und Winzer. Empfehlenswerte Genussorte werden ebenso vorgestellt wie Nächtigungsmöglichkeiten vom Luxushotel bis zum Kellerstöckl. Darüber hinaus ergänzen Kultur- und Ausflugstipps den umfangreichen Reisebegleiter durch Burgenlands Köstlichkeiten. Zu bestellen unter Tel. 02682/633 84-0, www.burgenland.info

Burgenland Card

Die landesweit gültige Burgenland Card hat rund 100 Partnerbetriebe mit im Boot – die meisten davon bieten Gratiseintritte bzw. Gratisleistungen, und in den übrigen gibt’s namhafte Ermäßigungen von bis zu 50 Prozent. Mit dabei sind Betriebe aus allen Regionen des Landes und sämtlichen Sparten des Freizeitangebots. So gilt die Card etwa in allen pannonischen Thermen, im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel, in der Oper im Steinbruch St. Margarethen, bei den Seefestspielen Mörbisch und in den Kulturzentren des Landes. „Willkommen mit der Card“ heißt’s auch in Burgen und Schlössern, darunter Schloss Esterházy, Schloss Halbturn und Burg Lockenhaus, ebenso bei renommierten Ausflugszielen wie dem Familypark, den Naturparken Raab und Neusiedler See – Leithagebirge, im Sonnenland Seilgarten Lutzmannsburg und bei der Sonnenland Draisinentour sowie in jeder Menge See- und Freibädern, vom Strandbad Podersdorf bis zur Wassererlebniswelt Moschendorf. Auch zahlreiche pannonische Museen bereichern den Urlaubsaufenthalt als Burgenland-Card-Partner – darunter das Landesmuseum und die Landesgalerie Eisenstadt sowie die Freilichtmuseen Ensemble Gerersdorf und Bad Tatzmannsdorf. Und wer mit dem Schiff über den Neusiedler See fahren will, kann das mit der Burgenland Card ab nun kostenlos tun. Bei optimaler Nutzung bringt die Card Erlebnisse im Wert von € 400 und Umfang von 250 Stunden. Kaufen kann man die Burgenland Card um € 59 (Kinder 5 bis 14 Jahre: € 29) bequem im Webshop oder bei den Verkaufsstellen, verteilt über das ganze Burgenland. www.burgenland.info/card

Kulinarik komplett

Feine Angebote mit viel Sonne drin warten darauf, entdeckt, erlebt und verkostet zu werden. www.burgenland-schmeckt.at oder www.burgenland.info

Der Eisenberg im Südburgenland ist bekannt für seinen eleganten Blaufränkischen. ©Burgenland Tourismus/Peter Burgstaller

Text: Redaktion
Fotos: Burgenland Tourismus/EMG, Peter Burgstaller (3), Nationalpark Neusiedler See Seewinkel/Paldan.

 

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