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Lyon King

Lässigkeit statt Luxus, Herzlichkeit statt Hochmut: Wer sich in Paris immer schon an den manchmal etwas eigenwilligen Hauptstädtern gestört hat, wird sich in Lyon bestens aufgehoben fühlen. Man urlaubt hier wie Gott in Frankreich – und der Schmäh ist fast so gut wie der Beaujolais.

 

 

Schon lange bevor die ersten Touristen nach Lyon kamen, entdeckten zwei prominente Herren den Zauber der Stadt: damals, als Lyon noch „Lugdunum“ hieß und sich Asterix und Obelix bei ihrer „Tour de France“ auf der Flucht vor den Römern in den berühmten „Traboules“ von Lyon versteckten. Die offenen Treppenhäuser, die den Durchgang von einer Straße zur anderen ermöglichen oder den Weg zwischen Wohnblocks abkürzen, wurden im vierten Jahrhundert angelegt, damit die Seidenweber im Viertel Croix-Rousse ihre Stoffe schneller und vor Regen geschützt transportieren konnten. Wo sich einst schon Asterix und Obelix verirrten, sucht auch heute manch Besucher einen Ausweg aus dem pittoresken Gassengewirr auf dem Hügel über der Stadt.

Blicke hinter die Kulissen lohnen sich überall in Lyon.Croix-Rousse ist übrigens nur einer von zwei Hügeln in Lyon. Auf dem anderen, Fourvière, thront die Basilika Notre-Dame de Fourvière. Der Aufstieg über enge Treppen und steile Wege ist anstrengend, der Blick dafür eine Belohnung: Die in Altrosa und Ocker getönte Stadt liegt einem zu Füßen, an klaren Tagen sieht man sogar bis zu den Alpen und zum Mont Blanc. Tipp: Wer nicht hinaufwandern will, fährt mit der Drahtseilbahn „Ficelle“. Spaziert man dann wieder hinunter, entdeckt man am Fuße von Fourvière die Altstadt Vieux Lyon, eines der größten Renaissanceviertel Europas und seit 1998 unter dem Schutz des UNESCO-Kulturerbes. Die Gassen sind schmal und verwinkelt, dicht an dicht reihen sich die Restaurants, dazwischen entdeckt man unzählige kleine Geschäfte (die meisten haben auch sonntags offen!), und im ganzen Viertel tobt tagsüber wie nachts das Leben.

Wer bei Paul Bocuse dinieren möchte, sollte schon mal zu sparen beginnen: Das klassische Menü gibt’s um € 165.BON APPÉTIT

Das Leben tobt aber vor allem in den unzähligen Küchen Lyons. In keiner anderen französischen Stadt gibt es mehr Restaurants pro Kopf, 14 von ihnen haben die begehrten Michelin-Sterne – allen voran Paul Bocuse, der alleine in Lyon fünf Brasserien betreibt. Es war aber nicht der Koch-Papst, der die Stadt berühmt für ihre Küche machte, es waren die „Mères Lyonnaises“, die Mütter von Lyon. Als mit der Wirtschaftskrise Ende des 19. Jahrhunderts viele Frauen ihre Stellungen in großbürgerlichen Haushalten verloren, mussten sie improvisieren. Sie eröffneten kleine Restaurants und fingen an, für die Handwerker der Stadt zu kochen. Vor allem günstige Innereien kamen auf den Tisch, die vom Bürgertum zwar verschmäht wurden, aber heute noch auf jeder Speisekarte zu finden sind. Und so staunt man über manch eigenwillige kulinarische Kreation: Schweineohren, Rinderkutteln oder Schafsköpfe existieren friedlich neben Trüffelcremesuppe, überbackenen Hechtklößen mit Krebsbutter oder Artischockenherzen mit Foie gras auf den Speisekarten der Stadt.

Die Place des Terreaux mit dem RathausDoch es ist nicht nur die kreative Küche, die in Lyon boomt, im Gegenteil: Vor allem in den gemütlichen Bouchons, die es überall in Lyon gibt, schnuppert und schmeckt man Lokalkolorit. Woher die Bezeichnung „Bouchon“ (auf Deutsch „Stöpsel“ oder „Deckel“) stammt, ist nicht erwiesen, klar ist indes: Die Lokale sind oft schummrig und immer voll, die Tische eng gestellt und aus verlebtem Holz, den Wein trinkt man aus einem „pot“, einer Glasflasche mit dickem Boden, die 46 Zentiliter Beaujolais enthält. Das nördlich der Stadt gelegene Weinbaugebiet ist zwar rein geografisch ein Teil von Burgund, bildet aber aufgrund der ganz anderen Weincharakteristik eine eigene Weinbauregion – und ihre edlen Tropfen gelten als Hausweine Lyons, über die man gerne augenzwinkernd sagt: „Wie viele Flüsse gibt es in Lyon?“ – „Drei! Die Rhône, die Saône und den Beaujolais!“


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Lyon

Handverlesene Tipps

Persönlich

Auf www.lyoncitygreeter.com kann man sich mit Einheimischen zu einem Spaziergang durch Lyon verabreden, rund 75 Freiwillige im Alter von 17 bis 95 Jahren führen kostenlos durch die Stadt.

Strahlend

Jedes Jahr im Dezember verwandelt sich Lyon in ein Lichtermeer, wenn die Stadt mittels bunter Projektionen illuminiert wird. Heuer findet die „Fête des Lumières“ vom 05. bis 08. Dezember statt. Top: Am 07. und 08. Dezember ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gratis.

Traditionell

Das bekannteste Bouchon ist die „Brasserie Georges“ (30 Cours de Verdun Perrache), schon Émile Zola, Ernest Hemingway oder Édith Piaf speisten hier (Menü ab ca. € 20).

Kulinarisch

Am Quai St-Antoine findet an der Saône der schönste Markt statt, bei dem man heimische Produkte kaufen und direkt am Ufer essen kann. Bei Schlechtwetter weicht man in „Les Halles de Lyon“ (102 Cours Lafayette) aus.

Günstig

Immer nach dem „plat du jour“, dem Tagesgericht, fragen, das ist meist günstiger! Bei „Aux Trois Maries“ (1 Rue des 3 Maries) bekommt man z. B. das Tagesgericht um € 14,50 und ein 2-Gang-Menü um € 18.

Alternativ

In der Rue Romarin in Croix-Rousse entdeckt man viele spezielle Geschäfte: Vintage bei „Carrie Bradshop“ (17 Rue Romarin), individuelle Kleider bei „Les Poupées“ (10 Rue Romarin) oder Kunst in der Artelier-Boutique „Les ARTpenteuses“ (13 Rue Romarin).

Besonders

„Péniches“ sind stillgelegte Kähne, die als Cafés, Bars und Clubs fungieren, zum Beispiel am Quai Victor Augagneur.

ANREISE

Von Wien direkt nach Lyon mit Austrian Airlines ab ca. € 218, mit German Wings von Wien über Düsseldorf nach Lyon ab ca. € 140 oder mit SWISS von Wien über Zürich nach Lyon ab ca. € 270.

ÜBERNACHTEN

Das Hotel „ibis Lyon Gerland Pont Pasteur“ (68 Avenue Leclerc, www.ibis.com) wurde erst 2014 renoviert und hat neben nagelneuen Zimmern ein ibis Kitchen Restaurant, eine Lounge-Bar und kostenloses WLAN. Metro und Straßenbahn sind fußläufig erreichbar, ins Zentrum fährt man ca. 10 Minuten. Das Doppelzimmer gibt es ab € 68 (inkl. Frühstück).

 

Text: Jasmin Kreulitsch
Fotos: Shutterstock

 
 

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