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Einfach Schräg

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Ziemlich eigen, vielseitig und ständig für eine Überraschung gut – das ist Berlin. Eine Stadt, die Lust und Laune auf ein durchgeknalltes Wochenende macht.

Du bist verrückt, mein Kind. Du musst nach Berlin." Wem der österreichische Komponist Franz von Suppé diese Operettenzeile gewidmet hat, ist ein Geheimnis. In der Tat schadet es nicht, ein wenig überspannt zu sein, um der wunderbar wandelbaren Metropole einen Besuch abzustatten: Die Stadt ist eine Spielwiese für Menschen, die dem Strampelhosenalter lange entwachsen sind, ihren Mut, ihre Kreativität und ihren Idealismus aber noch in sich tragen.

Deutschland anders

Ausgerechnet Berlin ist die Hauptstadt der Deutschen, die für ihren Perfektionismus so berühmt sind. Authentisch und ein wenig störrisch widersetzen sich die Berliner dieser Tugend vehement; ihre Stadt hat Lücken, Ecken und Kanten – und sorgt stets für Überraschungen. Hier passiert nicht nur die Hauptstadtpolitik! Am Moritzplatz in Kreuzberg beispielsweise frönen neuerdings Freizeitgärtner ihrem Hobby mit Töpfen und Gewächshäusern, gemeinschaftlich gezogenes Gemüse ist in. Im Über-Szeneviertel Prenzlauer Berg wiederum, wo bereits Münchner-Mietniveau herrscht, zeigen sich viele Hauswände wild und bunt. Wer den Künstler in sich entdecken will, besucht bei urban-artists einen Streetart-Kurs und geht dann auf die Suche nach einem Stück urbaner Apokalypse, worauf man seine Graffiti-Versuche bannen darf. Auch die Museumslandschaft ist sehr bunt und schräg, da gibt es Museen zu Unerhörten Dingen, Buchstaben und Lippenstiften.

Zeitgeschichte mit Trabi

Ein bisschen Zeit für Vergangenes muss sein. Der Reichstag mit seinem historischen Unterbau und der gläsernen Kuppel ist Symbol für das neue und alte Berlin. Am Brandenburger Tor denkt man unweigerlich an die einst getrennte Stadt und an J.F. Kennedy, der hier seine „Ich bin ein Berliner"-Rede hielt. Mittlerweile liegt der Mauerfall auch schon wieder 25 Jahre zurück. Im KaDeWe (Kaufhaus des Westens; der Luxustempel gehört dem Tiroler Immo-Zampano René Benko) lässt sich ein ganzer Tag verbummeln und vertratschen. Dort, im sechsten Stock, der Feinschmeckeretage, trifft sich Tout Berlin manikürt und onduliert zum Geplänkel bei Kaffee und Kuchenbuffet. Es wäre nicht Berlin, könnte man Zeitgeschichte nicht auch ein wenig anders erfahren – namentlich bei einer Trabi-Safari. Das Wetter sollte allerdings halbwegs sonnig und ganz trocken sein; bei Schnee, Eis und Wetterkapriolen ist das symbolträchtige DDR-Gefährt nur bedingt zu empfehlen – außer man möchte ganz in die Osi-Vergangenheit eintauchen und an jeder Kreuzung das Absaufen des Motors erleben.

berlin_01Shoppen in der neuen Mitte

Das KaDeWe ist ein Zeitzeuge, fürs Shopping empfiehlt sich eher der Gegenentwurf namens Bikini Berlin, nahe am Bahnhof Zoo und direkt am Tiergarten gelegen. Woanders wären längst die großen Ketten eingezogen und würden textilen und anderen Einheitsbrei liefern. Nicht so in Berlin: Der denkmalgeschützte Bau aus den 1950er-Jahren präsentiert sich als Concept Mall mit allem, was cool, urban und ein bisschen schräg ist, inklusive Hotel und Bar mit Blick in das Gehege des Tiergartens. Hier findet man wunderschöne Kunst-, Design- und Architekturbücher aus dem Verlag Gestalten ebenso wie Haushaltswaren und Accessoires oder die neuen Läden von Andreas Murkudis – einen für Interieur, einen für seine bekannte Auswahl an Mode und Zubehör, einen fürs kleine Budget und einen Monobrand-Store mit dem Mailänder Label Aspesi.

Drama & DJs im Kiez

Berlin ist Theaterstadt, und in mancher Bude schrammen die Inszenierungen knapp am Happening vorbei. Und alles, was mal groß in der internationalen Kunstszene mitmischen will, tummelt sich in den Bezirken Spandau und Neukölln – beide noch vor wenigen Jahren eher zu vermeidende Bezirke. In die Kunstvilla Haus am Walde pilgert der kontemplative Kunstkenner: weil pro Jahr fünf Schauen zur Gegenwartskunst laden – und das Seeufer. Dort bringt eine Klanginstallation des österreichischen Komponisten Peter Ablinger das Grün zum Klingen.

Wild, durchgeknallt und so was von New-York-isch gibt sich die Stadt an der Spree dem Nachtleben hin. Eine Club- und Kneipensafari gehört hier ebenso zum Must wie Trabi und Brandenburger Tor. Im Salon zur Wilden Renate, im Suicide Circus oder im Berghain tanzt sich die Technoszene Seele und Sünden aus dem Leib. DJ Thomilla ist Teil des DJ-Duos Turntablerocker, und er schlägt zum Abhängen die Neue Odessa Bar am Prenzlauer Berg oder den Club Flamingo in Mitte vor. Der Drink der Stunde heißt übrigens Moscow Mule – und, wie mir eine 70-Jährige letztens im KaDeWe flüsterte, der war schon angesagt, als die Stadt noch geteilt und der Checkpoint Charlie keine Touristenattraktion war.

besser REISEN Info

berlin_02Kaufrausch

Zum Einstimmen:
Bikini Berlin www.bikiniberlin.de

Zum Gustieren:
Selbstgestricktes und Allerlei bei Lala Berlin www.lalaberlin.com

Zum Flanieren:
KaDeWe www.kadewe.de

Für Herren:

Textile Mitbringsel für den Gentleman www.trueffelschweinberlin.com

Für Damen:
Im Blush werden nur Männer rot – die Dessous sind für Frauen www.blush-berlin.com 

Röstfrisch

In Berlin hat die Zubereitung von Kaffee eine neue Heimat gefunden. Ein Coffee-Kick, den man sich nicht entgehen lassen darf:
The Barn Roastery www.thebarn.de
Bonanza Coffee Heroes www.bonanzacoffee.de
Frühstück wie bei Tante Erna: im Zuckerstück www.zuckerstueck-berlin.de

Shake it, Baby

Für Technofreaks:
Berghain www.berghain.de
Salon zur Wilden Renate www.renate.cc
Suicide Circus www.suicide-berlin.com

Für Barflys:
Neue Odessa Bar www.neueodessabar.de

Für Fashionistas & Artistas:

King Size Bar www.kingsizebar.de

Für die Blaue Stunde:
Absinth-Depot www.absinth-berlin.de

Kunst mal anders

Wer sich mit dem weltbekannten Graffiti-Künstler Banksy messen möchte, meldet sich für einen Graffiti-Kurs bei www.urbanartists.de an.

Für den schrägen Passivkünstler empfehlen sich:
Museen Bauhaus Archiv www.bauhaus.de
DDR-Museum www.ddr-museum.de
Museum der Unerhörten Dinge www.museumderunerhoertendinge.de
Buchstabenmuseum www.buchstabenmuseum.de
Lippenstiftmuseum www.lippenstiftmuseum.de

Hinkommen

Air Berlin und Germanwings bieten die besten und günstigsten Verbindungen nach Berlin.
www.airberlin.com, www.germanwings.com

Text: Romana Kanzian
Fotos: Shutterstock (3)/boris-b, carol.anne, mkrberlin

 
 

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