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Movida - Madrid bei Nacht

madrid_1Bewegung auf allen Linien – das ist Madrid, eine Stadt, die niemals schläft. Außer vielleicht am frühen Tag.

Fiesta! Vino tinto und Cerveza fließen in Strömen. Hemingway hätte seine Freude gehabt. Nachteulen quellen schon jetzt in Trauben aus den Bars und überfluten die schmalen Gehsteige. Erste Musikklänge liegen in der Luft. Dabei ist der Abend noch jung, doch die ersten kleinen Bars haben ihren Füllungsgrad bereits erreicht und ergießen den Großteil ihrer Gäste aufs Trottoir. Was diese nicht stört. Erst jetzt entdeckt der Fremde die lichtscheuen Lokale, an denen er untertags nichts ahnend vorbei gegangen ist, – und erst jetzt, in den dunklen Stunden, trifft er auf die Madrilenen, die er am Vormittag vergeblich in den Straßen gesucht hat.

Hat die Nacht erst einmal über den Tag gewonnen, erwacht die Stadt zu neuem Leben. Die Menschenmengen an den Tresen nehmen bedrohliche Ausmaße an. Berge von Tapas – Oliven, Käsebrötchen, Jamón ibérico, Sardinen – verschwinden in hungrigen Mägen, nur um sofort nachgereicht zu werden. Zu feiern gibt es nichts Besonderes, außer vielleicht die Nacht. Und die wird ausgelassen zelebriert, Tag für Tag, schließlich ist sie die einzig wahre Tageszeit für die Madrilenen.

madrid_2Schokolade gegen Kater

Nicht einmal am Montag kommt Madrid gänzlich zur Ruhe. Rastlose treibt es auch dann in eine der 20.000 Bars der Stadt – das steigert sich jedoch mit jedem fortschreitenden Wochentag in einem furiosen Crescendo zum Finale am Freitag und Samstag. In aus allen Nähten platzenden Bars trifft man auf sämtliche Bewohner der spanischen Kapitale: in und vor den Tapas-Bars der Cava Baja, den Designerschuppen von Salamanca und den Cervezerias an der Plaza Santa Ana. Man trifft sie in Jazzlokalen, Flamencobars und Discos. Im Stau um zwei Uhr morgens zum rituellen Lokalwechsel. Man trifft sie nicht vor zehn am Abend und nicht in den Kneipen, die gerade out sind. Man trifft sie nach sieben in der Früh in der Chocolateria San Ginés bei einer Tasse mörderisch üppiger Schokolade zum Nachtausklang.

Diese Unrast der Madrilenen stammt aus einer Zeit des Aufbruchs, als mit dem Tode Francos 1975 das Land schlagartig von seiner Lähmung geheilt war und in dessen späterer Folge die Demokratie in Spanien Einzug hielt. Alles, was bisher im Verborgenen blühen musste, drängte gierig an die Oberfläche, eine Kulturrevolution, la Movida, setzte ein. Es galt, Versäumtes nachzuholen. Feste, Feiern, Drogenparties – Madrid wurde zur Hauptstadt der Jugend. Der Geist der Movida ist mittlerweile verflogen, geblieben ist ein hemmungsloser Hedonismus, der Nacht für Nacht alles unter 40 in die Bars treibt.

madrid_5Bad in der Menge

Wie sich überhaupt die Madrilenen vom Schrillen, vom Lauten, vom Bewegenden angezogen fühlen. Man sucht nicht die stille Ecke, man sucht die Masse. Das ist in den Nächten genauso wie spätnachmittags rund um die Puerta del Sol, wenn ganz Madrid zum Einkaufsbummel drängt (fühlt sich an wie in der Wiener U-Bahn bei Störung) oder Sonntag vormittags am Flohmarkt von El Rastro (fühlt sich an wie in der Tokioter U-Bahn bei Störung). Oder am Feiertag im Park von Retiro, der grünen Lunge der Stadt: Jung und Alt, Groß und Klein paradieren am Paseo Salón de Estanque und lassen sich von chinesischen Wunderheilern, taiwanesischen Lautenspielern, Gedichte-Rezitatoren und der unvermeidlichen südamerikanischen Musikgruppe in ihren Bann ziehen. Von Liedersängern, Hippies mit Schellen, die Indianertänze fabrizieren, und Marionettenspielern. Dem Trubel kann man in Madrid einfach nicht entkommen.

Persönlicher Tipp: Nightlife

Egal, wohin es einen auch immer treibt, an Bars mangelt es nicht. Allerdings sollte man nicht zu früh starten: Die Nacht beginnt um zehn Uhr abends langsam anzulaufen. Viele der Bars sind jedoch bereits am Nachmittag einen ersten Besuch wert – des schönen Interieurs wegen, das man abends ohnehin nicht zu Gesicht bekommt. Unser Tipp: Los Gabrieles, Echegaray 17: Die kunstvollsten Kacheln der City. Jeden Abend süffeln sich hier die Weintrinker zu Tode – zumindest auf den Fliesenbildern. Also: Nachmittags hingehen und Fliesen schauen und abends dann sowieso.

Weitere Infos

 www.tourspain.es 


Autor:
Anita Ericson
Fotos: SXC, Fotolia

 

 

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