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Dancing Stars

Auf Safari im Bikini, mit Schlapfen an den Füßen und (fast) ohne Berührungsängste.

Galapagos - Equador (c) Shutterstock

Tipps, streckt der Vogel sein blaues Füßchen nach vorn. Als ob er es nicht glauben mag, wie herrlich himmelblau seine Schwimmhäute sind, blickt er geradezu erstaunt auf den Fuß. Tapps, anderer Fuß nach vorn, selbes Procedere. Tipps, tapps, der Tölpel schunkelt. Als er sich endlich von der Schönheit seiner Beine überzeugt hat, spreizt er die Flügel, reckt den Schnabel in die Luft und flötet die solchermaßen umworbenen Dame an. Sie lässt sich zu einem Tänzchen auffordern. Es folgen kleine Geschenke in Form von schönen Aststücken fürs Nest. Wir stehen dicht daneben, unsere Kameras laufen auf Hochtouren – doch beim Balztanz lassen sich die Blaufußtölpel nicht aus der Choreografie bringen. Das ist auf Galápagos freilich normal, die Tierwelt präsentiert sich stets ungerührt ob der Besucher, die da täglich durch ihre Kolonien, Kindergärten und über ihre Strände trampeln.

Vor der Reise dachten wir noch, Vögel sind langweilig – und nun können wir uns gar nicht mehr von ihnen losreißen. Ganz aus der Nähe betrachtet, sind sie unglaublich putzig. Wir haken tatsächlich mit größter Sorgfalt die ornithologische Liste im Naturführer ab. Nach jedem Landgang ein neuer kommentierter Eintrag: Blaufußtölpel beim Tanz. Rotfußtölpel mit Flauschküken auf Augenhöhe im dicht belaubten Baum. Maskentölpel beim Brüten. Fregattvogeljunges, das vor lauter Müdigkeit umgefallen ist und nun im Gestrüpp liegt.

Die Entstehung der Arten
Je blauer die Füße, umso schöner der Tölpel. (c) shutterstock

Lediglich die Begeisterung des mitreisenden Engländers für die unscheinbaren Finken findet bei uns keine Resonanz. Nun gut, er ist ein Landsmann von Charles Darwin, dem ausgerechnet die Finken ein wesentlicher Puzzlestein bei der Ausarbeitung seiner Evolutionstheorie waren. Auf der rund fünf Jahre dauernden Reise mit der „Beagle“ erreichte Darwin im September 1835 Galápagos. Das Archipel, gut 1.000 Kilometer vor der Küste Südamerikas im Pazifik gelegen, ist durch seine isolierte Lage ein perfektes Forschungslabor. Auf 14 großen Inseln und 60 kleineren Inselchen und Felsen zeigt sich anschaulich, was Evolution ist, dass aus einer einzigen Tierart neue Arten entstehen: Auf den einzelnen Inseln herrschen leicht unterschiedliche Bedingungen, hier regnet es mehr, dort weht mehr Wind, da ist es kühler, drüben gibt es ein Hochland – und die Pflanzen und Tiere passen sich daran an. So entwickelten sich beispielsweise aus einem einzigen Singvogel gleich 14 verschiedene Finken.

In der Tat sind die Inseln höchst verschieden. Auf Plaza Sur etwa wachsen Kakteen zu Baumhöhe heran und überziehen die herbstroten Matten der Sesuviumpflanzen den Boden, während die bimssteinartigen Klippen von Genovesa bis auf einige knorrige Bäume völlig kahl sind. Schwarze Lava kontrastiert mit rotem Sand und türkisem Meer, üppig grüne Mangrovenwälder mit den fahlweißen Gerippen der Balsambäume. Die Vulkanlandschaft auf Bartolomé lässt an Mondhügel denken, der Strand der Gardner Bay an die Südsee.

Felsformation vor San Cristobal – hier geben sich Taucher und versierte Schnorchler ein Stelldichein. (c) shutterstockSchnorcheln mit Begleitung

Uups – zwei Kulleraugen schauen neugierig von außen in die Taucherbrille. Irgendetwas saust wie ein Torpedo um unsere Beine herum. Zwei junge Seelöwen fordern uns frech zu Wasserspielen auf! Wir sind in unserer Schnorchelmontur natürlich chancenlos. Die beiden haben es drauf angelegt, uns armselig aussehen zu lassen, immer wieder steigern sie das Tempo durch rasant geschwommene Spiralen und blitzartig gedrehte Runden. Beim Versuch mitzuhalten wissen wir bald nicht mehr, wo oben und wo unten ist. Aber auch an Land sind die Seelöwen in der Gardner Bay die Stars. An dem schönsten Beach des Archipels sonnen sie sich gesellig und bieten damit ein wahres Massenspektakel, denn der Strand ist lang. Zwischen den unzähligen Tieren ist gerade so viel Platz wie im Hochsommer am Mittelmeer, mit dem deutlichen Unterschied, dass das hier paradiesisch anmutet. Und es keine Sonnenschirme gibt.

Eine gewisse Distanz ist angebracht. „Glücklicherweise ist meinen Gästen nie etwas passiert, aber im Schnitt muss jede Woche ein Besucher auf den Inseln verarztet werden, weil er von einem Seelöwen gebissen wurde“, erzählt Guide Juan und schüttelt den Kopf. „Es kann doch nicht so schwer sein zu verstehen, dass das kein Streichelzoo, sondern die Wildnis ist.“ Was er dabei nicht bedenkt, ist, dass seine Verhaltensregeln zwar einleuchtend, aber nur mit sehr viel Disziplin zu befolgen sind: Auch dem allerherzigsten Seelöwenbaby niemals das Flösschen tätscheln! Davon Abstand nehmen, einem sich in der Sonne räkelnden und freundlich dreinblickenden Seelöwen den Bauch zu kraulen! Und überhaupt niemals näher treten als einen Meter!

 

Die Triebe und Früchte der Oputntien-Kakteen sind essbar – für die hier lebenden Echsen sind sie eine echte Delikatesse. (c) shutterstock

Galápagos wurde 1978 von der UNESCO zum ersten Weltnaturerbe erklärt, und die Landschaften vulkanischen Ursprungs sind ein wunderbarer Rahmen für Begegnungen, die man nirgendwo sonst erleben kann. Begeisterungspotenzial ist für alle reichlich vorhanden: Da gibt es Meeresechsen, schwarz wie Lava, die unter Wasser den Tang abweiden und beim Sonnenbaden an Land das Salz in hohen Bögen aus den Nüstern blasen. Pastellfarbige Landechsen, die an Kakteen knabbern. Seelöwen, die am Markt den Fischer bedrängen. Alles rückt so nah vor die Kamera, dass man eher eine Makrooptik braucht als ein Teleobjektiv. Pinguine und Seebären, Delphine und Mantas, Albatrosse, Kormorane und Pelikane, Riesenschildkröten und Fregattvögel mit aufgeblasenem rotem Balzsack. Es bleibt kein Wunsch offen.

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Reisezeit

Jänner bis Juni zur warmen Regenzeit mit ruhigem Wasser und strahlend blauem Himmel (zwischen den ganz seltenen Schauern).

Kreuzfahrten

Rund 90 Kreuzfahrtschiffe sind derzeit in den Gewässern von Galápagos unterwegs, und trotzdem übersteigt die Nachfrage das Angebot – buchen Sie so früh wie möglich. Die meisten Schiffe bieten vier-, fünf- und achttägige Fahrten zu ausgewählten Inseln und Besucherplätzen.

 

Text: Anita Ericson
Fotos: Anita Ericson, Shutterstock

 Delfine bekommt man natürlich nur im Wasser zu Gesicht – wenn sie etwa dem Schiff folgen. (c) shutterstock Der Traumstrand der Gardener Bay ist fest in den Händen, pardon Flossen, der Seelöwen. (c) shutterstock

 
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