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Marokko_02Der Zauber von Marokko

Rosen und Orangen gedeihen am Fuße der schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas. Im Süden, wo die Sonne erbarmungslos auf den Wüstensand brennt und die Nächte eiskalt sind, liegt Ouarzazate, das Zentrum der „Straße der Kasbahs“.

In Marrakesch brodelt das Leben in dissonanter Musik. In den engen Gassen der Medina arrangieren sich Eselskarren, Mopeds, Fußgänger mit orientalischer Gelassenheit. Niemand schimpft, weil er nicht schnell genug vorwärtskommt. Eile ist eine europäische Erfindung. Am besten, man nimmt den hiesigen Rhythmus an und streift durch den Souk, lässt sich treiben, kauft Kräuter gegen Impotenz, Gewürze und Weihrauch, vielleicht auch ein paar Ketten oder Babouches, die es Millionen Mal in den Läden gibt.
Choreografie eines Platzes

Orientalische Architektur in OuarzazateWas wäre Marrakesch ohne Djemâa el Fna, den Platz des großen Theaters für Touristen?! Die beste Zeit ist der späte Nachmittag. Da haben die wichtigsten Akteure ihre Auftritte, die Akrobaten in ihren roten Samtkostümen oder die „Lebensberater", die unter ihren Sonnenschirmen hockend weise Ratschläge erteilen. Mitten auf dem Platz sitzt Moussa Baâmrani Tag für Tag und spielt Berbermusik auf seinem selbst gebastelten Instrument. Niemand hört ihm zu, trotzdem lächeln seine Augen hinter der Sonnenbrille. Er spielt für sich selbst.
Manchmal ist auch der Taubenmann da. Er fesselt seine Zuhörer mit seinen Erzählungen über die Entstehung der Welt, die Güte Allahs und die Sprache der Vögel. Geschickt stoppt er seine Geschichte, wenn sie am spannendsten ist. Erst ein Dirham aus der Menge kann ihn zum Weitererzählen bewegen. Den wirft er dann voller Verachtung vor seine zahme Taube hin.

Es wird Abend, und die Garköche ziehen ein. Man isst gegrilltes Fleisch und trinkt dazu frisch gepressten Orangensaft. Rauch zieht über den Platz, und über der beleuchteten Koutoubia-Moschee steht der Abendstern.
Für eine ruhige Auszeit vom Trubel bietet sich der „Jardin Majorelle" an. Unweit der Mauern von Marrakesch, wo einst Wüste war, schuf der französische Maler Jacques Majorelle einen zauberhaften Garten, eine eigenwillige Hochzeit zwischen Kunst und Natur. Die Ringeltauben gurren, das Wasser des Brunnens plätschert und murmelt. Wenn der Wind sich hebt, dann rauschen die Blätter. Es ist ein magischer Ort, dieser Garten des Malers, ein Spiel von Licht und Farben, die an eine Fata Morgana glauben lassen.

Im Land der Kasbahs

Nach einer kurvenreichen Fahrt über den Hohen Atlas fällt man gleichsam ungebremst in die Wüstenstadt Ouarzazate ein, idealer Ausgangspunkt für Besichtigungen der zahlreichen Kasbahs, wie man hier die befestigten Wohnburgen nennt, in und außerhalb der Stadt. In Ouarzazate steht die berühmte Kasbah Taourirt, eine der vielen Burgen des mächtigen Berberfürsten El Glaoui. Von dem einstigen Prunk in seinen Privatgemächern ist nicht mehr viel zu sehen außer ein paar schöne Stuck decken und einige Kachelverzierungen. Hinter dem Palast erstreckt sich das Wohnviertel. In dem Gassengewirr ist die Gegenwart weggebrochen. Frauen waschen die Wäsche am Stadtbrunnen, Kinder spielen mit Fetzenbällen, Ziegen fressen allerlei Unrat, und so manches schwarze Nagetier huscht vorüber.

Im nahen Dadestal reiht sich Kasbah an Kasbah. Eine davon hat der Spanier Juan Romero restauriert und zu einer authentischen Herberge umgestaltet. Es ist ein klares, einfaches Leben, das man mögen muss, sagt Romero. Diese Einfachheit hat er auch bei der Restaurierung einbringen wollen. Zimmer ohne Schnickschnack, eine Burg, wie vor dreihundert Jahren, mitten in einer der schönsten Oasen des Dadestals.

Ein touristisches Highlight ist die Kasbah Ait Ben-Hhaddou im Norden von Ouarzazate. Wie ein Märchenbild aus anderen Zeiten steigen Dutzende Lehmtürme und Häuser den Hügel hinauf. Hier wurden gleich mehrere Kasbahs ineinander gebaut. Im Inneren des Gassengewirrs leben nur mehr wenige Familien. Ein paar Maler und Keramiker verkaufen ihre Ware. Sie wirken wie übrig gebliebene Statisten aus einem alten Film. Tatsächlich drehte hier Sergio Leone „Sodom und Gomorrha" und Martin Scorsese „Die letzte Versuchung Jesu". Ausstattungsrelikte kann man im Atlas-Filmstudio in Ouarzazate bewundern, wo darüber hinaus Kulissen für Filme wie „Lawrence von Arabien", „Cleopatra" oder „Gladiator" ausgestellt sind. Film und Wirklichkeit scheinen in Marokko nahtlos ineinander zu verschmelzen.


besser REISEN Info:

MARRAKESCH

Wohnen im Riad

Riad Enija
Luxus pur! Wer es sich leisten kann oder will, sollte wenigstens ein, zwei Nächte hier wohnen. Man logiert in einem Farben- und Blumenrausch. Eine Gefahr besteht: Hier ist es so schön, dass man gar nicht hinaus will. www.riadenija.com

Riad Losra
Nettes Riad am Rande der Medina in ruhiger Lage. Die Zimmer sind nobel eingerichtet und geräumig. Die Besitzer Farid und Karim Kachoun sprechen sehr gut Deutsch und kümmern sich liebevoll um die Gäste. www.riadlosra.com

OUARZAZATE

Wohnen in der Kasbah

Kasbah Ait Ben Moro
Der Spanier Juan Romero legte bei der Restaurierung dieser Kasbah mehr Wert auf Authentizität als auf Superkomfort. Die Zimmer sind schlicht, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. www.kasbahaitbenmoro.com

Le Berbère Palace
Hier vereinigen sich orientalische Märchenvorstellungen mit internationalem Hotel-Know-how. Ein Tipp: Buchen Sie die normalen Standardzimmer, sie sind hübscher als die Suiten und kosten viel weniger. Es lohnt sich auch nur ein Besuch der Hotelbar, um die witzigen Filmrequisiten wie den Thron der Cleopatra oder den Triumphwagen des Ben Hur zu bestaunen. www.leberberepalace.com

Mehr Infos

Staatliches marokkanisches Fremdenverkehrsamt
www.visitmorocco.com

 


Text:
Silvia Matras
Fotos: Shutterstock

 
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